UA-57099140-1
Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Wachteln 04.09.2016

Diesen Bericht habe ich im Netz gefunden,

er ist sehr informativ.

Die Bilder sind von unseren Tieren

 

Alle Rassen der Japanwachtel sind leistungsfähige Hühnervögel

 

 

Die Wildform der Japanischen Wachtel (Coturnix coturnix japonica) stammt aus Japan, Korea sowie deren angrenzenden nordwestlichen Gebiete und zieht sich dort noch jetzt in der kälteren Jahreszeit in wärmeres Gefilde zurück. Sie lebt also ähnlich wie unsere Europäische Wachtel (Coturnix c. coturnix) als Zugvogel. In Japan wurde sie seit dem 14. Jahrhundert als Ziervogel gehalten und seit über 100 Jahren auf Legeleistung gezüchtet. Bei uns spielt sie seit Jahrzehnten neben ihrer Haltung in Ziergeflügelvolieren in zunehmendem Maße als kleines Legehuhn mit wohlschmeckenden Eiern und einem zarten Braten eine hervorragende Rolle. Sie wandelte sich so zum Nutzgeflügel. Das Auftreten verschiedener Farbschläge bietet auch für den ernsthaften Hobbyzüchter ein interessantes Betätigungsfeld.

 

Zucht Haltung Brut Aufzucht Fütterung Verwertung

 

 Die Rassen

 

  Die Japanische Wachtel ist die Stammform aller Rassen der Lege- und Mastwachteln. Ihre Rassen lassen sich einteilen in

 

  1. die Leichte Linie, mit einem Körpergewicht von 110 bis150 g, auf eine hohe Legeleistung gezüchtet, die ursprüngliche Legewachtel bis in die 1960er Jahre, vereinzelt länger

  2. die Legewachtel, ein Zweinutzungstyp, auf hohe Legeleistung und einen ansehnlichen Schlachtkörper gezüchtet, mit 160 bis über 200 g Körpergewicht (auch Mast- und Legewachtel genannt), inzwischen mit einem Gewicht um 250 g

  3. die Fleischwachtel, eine spezielle Züchtung mit einem Körpergewicht von 300 bis über 400 g (auch als Mastwachtel bekannt).

 Japanische Wachteln sind auf ihre Leistung bezogen ein züchterisches Meisterstück. Das betrifft alle vorhandenen Rassen und Farbschläge.

 Die Leichte Linie sind die ursprünglichen Legewachteln, viele Jahrzehnte nur für die Eierproduktion gezüchtet. Bis vor einiger Zeit wurden sie vor allem in Instituten gehalten, da sie wenig Platz und Futter benötigen. So lassen sich mit ihnen Versuche machen, die mit wenig Aufwand Schlussfolgerungen für andere Hühnervögel erlauben. Diese Wachteln sind nur etwa 50 % schwerer als die Japanischen Wildwachteln. Sie sind von Natur aus gesund, vermehrungsfreudig, leistungsfähig und sparsam im Futterverbrauch. Der Hauptgrund dürfte die Tatsache sein, dass ihre züchterische Bearbeitung sich gegenüber den Hochzuchtwachteln noch in einem vertretbaren Rahmen hält. Eier sind mit etwa 11 bis 12 g unwesentlich leichter als die der heutigen Legewachteln. Dazu kommt eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber nicht ganz optimaler Versorgung im weitesten Sinne. Sie legen auch noch, wenn die schwereren Rassen versagen sollten. Für unerfahrene Anfänger und vornehmlich nur an Wachteleiern interessierte Hobbyhalter und -züchter sind sie eine überlegenswerte Alternative. Besonders als Nebenbesatz in Volierenhaltung macht sich ihr geringer Futterbedarf durch wesentlich geringere Verschmutzung ihrer Unterkunft bemerkbar. In der Hobbywachtelzucht ist aus dieser Leichten Linie in den 1970er Jahren in den USA eine Rasse gezüchtet worden, die unter den Namen Italian Golden Speckled und anderen Bezeichnungen bekannt geworden ist. Das erklärte Zuchtziel war neben einer gewissen Zutraulichkeit, einer hohen Eierleistung, einem attraktiven Aussehen ein hohes Schlupfergebnis bei Kunstbrut. Gezüchtet wurden sie nur in einem Farbschlag, der genetisch gesehen den Goldsprenkeln der Legewachteln entspricht, aber in der reinerbigen Variante, also Goldene.

 

 Die Legewachtel, ein Zweinutzungstyp wurde früher als ‚Französische Mast- und Legewachtel’, später kurz als ‚Mast- und Legewachtel’ geführt und wird auch jetzt noch mit dem sehr unglücklich gewählten, weil irreführenden Begriff ‚Eurowachtel’ benannt. Diese Bezeichnung macht keinen Sinn und verwirrt nur. Vielfach wird unter Eurowachtel eine Kreuzung zwischen Japanischer und Europäischer Wachtel vermutet. Aber auch das ist ebenso falsch wie der Begriff an sich. Die Legewachtel dominiert unseren Bestand an Japanischen Zuchtwachteln. Die Bezeichnung ‚Französische Mast- und Legewachtel’ hätte auch heute noch ihre Berechtigung, da hochwertiges Zuchtmaterial immer wieder aus Frankreich importiert wird. Inzwischen hat sich aber wohl in Deutschland der einfache Begriff ‚Legewachtel’ für diese vorwiegend gehaltene Rasse zunehmend eingebürgert. Er dient der gewichtsmäßigen Abgrenzung nach unten zu der Leichten Linie und nach oben zu den Fleischwachteln. Mit diesen Legewachteln befasst sich ihrer Bedeutung entsprechend der größte Teil dieses Abschnittes insgesamt über das Minihuhn Japanische Wachtel.

 

 Inzwischen sind bereits als Legewachteln bezeichnete Japanwachteln im Handel, die bereits als Hahn 320 g, als Henne 350 g wiegen und ein Eigewicht von nur 12 bis 15 g zeigen. Vermutlich sind sie auf dieses für ihre Größe geringe Eigewicht gezüchtet worden. Eine wesentlich bessere Legeleistung ist aber nicht zu verzeichnen. Ihr Appetit ist enorm.

 

 Die Fleischwachteln waren bisher und sind noch unter der Bezeichnung "Mastwachteln" bekannt. Die Zielstellung ist aber eine Schlachtwachtel mit sehr hohem Fleischanteil, deshalb wird auch eine schwerere Wachtel bevorzugt. Diese Fleischwachteln werden definiert als "fleischige Tiere bei normaler Fütterung" (Köhler D., Wachtelzucht Iden). Im Gegensatz dazu werden Mastwachteln mit Treibfutter zwecks schneller Schlachtung besonders gemästet. Bei normaler Fütterung verbessert sich die Fleischqualität. Der Unterschied ist von der Tendenz her der gleiche wie zwischen einem Braten von einer Schnellmastgans und dem einer Weidegans. Normale Fütterung unter diesem Bezug heißt, ab der vierten Woche nur ein Mischfutter mit etwa 17 % Rohprotein einzusetzen. Der Schlachtkörper entspricht so besser den Ansprüchen, die an einen delikaten Braten gestellt werden. Diesem hohen Anspruch wird die Fleischwachtel vorwiegend gerecht. 

 

 Insgesamt haben alle drei Rassen die Veranlagung für eine sehr hohe Legeleistung. Diese über die Fütterung zu erreichen, ist bei den schwereren Rassen etwas schwieriger als bei den leichteren. Dass der Anteil des Erhaltungsfutters mit steigendem Körpergewicht schneller steigt als das Eigewicht, liegt auf der Hand. Es ist die Ursache für den wesentlich höheren Futterverbrauch.

Die Legeleistung züchterisch beeinflussen zu wollen, erfordert die Haltung einer größeren Anzahl Paare oder Hennen in Einzelkäfigen und über eine längere Zeit die Prüfung der Legeleistung und der Qualität der Eier. Nur die besten Hennen werden dann in die Zuchtherde eingestallt. Dieser Aufwand wird meines Wissens in Deutschland nur in Instituten betrieben. In gewerblichen Betrieben wird gewöhnlich auch aus Frankreich frisches Zuchtmaterial gekauft, das dann auch in die Hobbyzuchten einfließt.

Für die Hobbyzucht lässt sich aber eine gute Legeleistung auch einfacher erhalten. Neben der sorgfältigen Auswahl der Zuchttiere beim Zusammenstellen des Stammes oder der Herde ist der allgemeine Eindruck, der weiche Legebauch, der Augenausdruck in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Tiere, die nicht vor Gesundheit strotzen, legen oder befruchten auch nicht und sollten sofort geschlachtet werden.

 Die Eiqualität der Bruteier ist relativ einfach zu gewährleisten. Das richtige Gewicht, eine gute Schale, ein typische Pigmentierung und die richtige Eiform mit einem etwas spitz zulaufenden Ende sollten Voraussetzung für den Einsatz als Brutei sein.

Die Bedeutung des Körpergewichtes wird besonders gut verständlich, wenn man die Entwicklung vom Wildvogel bis zur Fleischwachtel sieht. Noch heute kommt die Wildform dieser Wachtel in ihrem Ursprungsgebiet in Südostasien vor. Erst 1988 wurde von Johnsgaard die Wildform erneut gesucht und vermessen. Neben dem Körpergewicht von 90 g wurde ein Eigewicht von 7,6 g festgestellt. Das ist erstaunlich wenig.

  Körper- und Eigewichte der Japanwachtel haben sich (Stand 2005) etwa so entwickelt: 

 

  Körpergewicht Eigewicht
Wildwachtel 90 g 7,6 g
Leichte Linie 110-150 g 9-11 g
Legewachtel 160-250 g 12-14 g
Fleischwachtel 300-400 g 13-16 g

 

Inzwischen ist die Tendenz vorhanden, dass bei allen drei Rassen die Gewichte steigen.

Die oben stehenden kleineren Gewichtsangaben beziehen sich jeweils auf die Hähne, die größeren auf die Hennen. Die Übergänge sind aber fließend, ebenso bei den Eigewichten. Interessant ist sicher der Vergleich mit der Europäischen Wachtel (Coturnix c. coturnix). Deren Gewicht wird mit 95 g angegeben. Damit haben die beiden als Wildwachtel flugfähigen Wachtelunterarten etwa das gleiche Gewicht..

 

Fortsetzung auf Seite Zucht & Haltung