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Wachtel-Zucht & Haltung

 

Die Zucht

Die überwiegende Mehrzahl unserer jetzigen Wachteln vertreten den mittleren Zweinutzungstyp, die jetzige Legewachtel. Für sie ist ein Eigewicht von 12 bis 14 g typisch; es sollte auch bei der Erhaltungszucht Zielstellung bleiben.

Das ist besonders wichtig, weil zunehmend die Tendenz besteht, immer größere Wachteln halten zu wollen. Die klare Trennung zwischen Legewachtel und Fleischwachtel wird dadurch umgangen. Das Ergebnis sind mittelschwere Wachteln, die zu hohem Futterverbrauch und zur Verfettung neigen können. Daraus folgen neben geringerer Legeleistung auch schlechtere Befruchtungs- und Brutergebnisse. Deshalb ist es sehr ratsam, bei einer reinen Legewachtelhaltung (damit sind aber nicht die Leichte Linie bzw. Vielleger gemeint) Hennen über 220 g bei Legebeginn nicht für die Zucht einzusetzen. Sie erreichen dann ein Lebendendgewicht von 250 g und ein Schlachtgewicht von 150 g. Die Hähne sind etwas leichter.

Beim Tierzukauf ist es sinnvoll, nur Hähne oder Hennen zuzukaufen und das Gegengeschlecht aus der eigenen Zucht zu nehmen. Beim Kauf von Zuchttieren sollte man auf möglichst einheitliche Gewichte und gesundes Aussehen der Tiere achten. Üblich ist der Verkauf legereifer Hennen oder Hähne im Alter von etwa sechs Wochen. Bei guter Fütterung legen die ersten Hennen mit etwa sechs Wochen. Zwei bis drei Wochen später bringt die Herde dann die volle Legeleistung. Durch das Umsetzen beim Kauf verzögert sich das in der Regel etwas. Auch bereits legende Hennen machen erst mal eine Pause von ein bis zwei Wochen nach dem Umsetzen.

Der Bruteierzukauf ist ein probates Mittel, um sich blutsfremde Wachteln auch aus ferneren Gegenden zu beschaffen. Nur  gut verpackte Bruteier halten den Strapazen eines Versandes stand. Darüber sollte man sich bei Bestellung informieren. Eine mögliche Abholung ist deshalb immer vorzuziehen. Der Tierzukauf ist häufig auf Kleintiermärkten oder auch direkt vom Züchter möglich. Hier sollten man sich die angebotenen Tiere gut ansehen und nur einwandfreie Tiere kaufen. Auch über Lebendtierversand mit allerdings erheblichen Kosten lassen sich blutsfremde Wachteln beschaffen. Der Transport erfolgt in der Regel problemlos innerhalb von etwa 20 Stunden.

Die Vermeidung der engen Inzucht ist ein besonderer Schwerpunkt in der Wachtelzucht, also der Verpaarung von Geschwistern und der von Eltern mit ihren direkten Nachkommen. Erfahrungen zeigen, dass darüber hinaus völlige Fremdzucht eine erstaunliche Verbesserung der Befruchtung und der Brutergebnisse bringen kann. Das betrifft alle Wachtelarten gleichermaßen. Die Gefahren durch Inzucht sollen bei Wachteln etwa viermal so hoch sein wie bei Hühnern. Leider ist nicht bekannt, wie das gemessen wurde.

Für Legewachteln kann man sich als Bruteigewichte an die oben angegebenen 12 bis 14 g halten. Insgesamt sind unsere Legewachtelbestände so leistungsfähig, dass bereits über regelmäßigen Blutswechsel die Legeleistung erhalten bleibt. 

Etwas anders sieht es bei den Fleischwachteln aus. Hier muss neben der Bruteiauswahl ähnlich der der Legewachteln ein anderes Problem Beachtung finden. Unsere Fleischwachteln spalten im Gewicht sehr stark auf. Das mag daran liegen, dass sie in Deutschland noch nicht so durchgezüchtet sind wie die Legewachteln. Dem steht entgegen, dass auch bei Fleischwachteln aus Bruteiern, die glaubhaft von Zuchttieren aus dem französischen Mutterland der Mastwachteln stammen, das Gleiche zu beobachten ist. - In letzter Zeit ist demgegenüber zu beobachten, dass es auch als Wildfarbige Fleischwachteln um 350g gibt, die vom Gewicht her durchgezüchtet sind und relativ kleine Eier legen.

Will man mit den vorwiegend vorhandenen Tieren auf Dauer die Gewichte der Zuchttiere zwischen 300 und 400 g halten, darf man nur die schwersten Wachteln zur Zucht einsetzen. Bei den Hennen ist das in der Regel etwa die Hälfte, bei den Hähnen muss man wirklich die wenigen Spitzentiere im Gewicht anpaaren. Daraus geht hervor, dass gegenüber den Legewachteln doch etwa die doppelte Menge an Küken produziert werden muss. Die leichteren Hennen bei Fleischwachteln sind auf jeden Fall zu schlachten, nicht etwa als kräftige Legewachteln abzusetzen. Hier ist es noch wichtiger als bei den Legewachteln, der Befruchtung halber nach drei bis vier Monaten Bruteiergewinnung die Hähne gegen jüngere auszutauschen.

Bei den Fleischwachteln muss noch aus einem anderen Grunde mit höheren Bruteier-Stückzahlen gerechnet werden. Erfahrungsgemäß erreichen zu schwere Fleischwachteln wesentlich kürzere Lebenszeiten als Legewachteln. Drei Jahre Lebensalter, wie das bei extensiver Haltung von Legewachteln durchaus möglich ist, ist für Fleischwachteln nur im Einzelfall und bei Bodenhaltung erreichbar. Aus unterschiedlichen Gründen sind die Verluste höher. Hauptgrund ist aber der unnatürlich schwere Körper. In der Mehrzahl der Fälle sind Beschädigungen der Gliedmaßen anzutreffen. Auch die Befruchtung und der Schlupf lassen bei sehr schweren Fleischwachteln schnell nach. Deshalb ist in letzter Zeit die Tendenz erkennbar, diese Wachteln nicht zu schwer zu züchten und sich mit einem Körpergewicht etwas über 300 g zufrieden zu geben. Die ausgewachsenen Wachteln wiegen dann als Hahn um die 300 g, die Hennen 330 bis 350 g, die Schlachtkörper etwa um 200 g. Dann machen sich auch die oben angeführten Probleme wie mangelnde Befruchtung, ungenügender Schlupf, Verfettung und relativ hohe Tierverluste weniger bemerkbar.

 

Die Haltung

 

Japanische Wachteln legen 100 bis 300 Eier im Jahr. Um diese unterschiedlichen Leistungsangaben zu verstehen, muss man die verschiedenen Haltungsmöglichkeiten kennen.

 

Wachteln können gehalten werden:

 

  • 1. intensiv auf Drahtrosten, in der gewerblichen Haltung im Ausland mit einer Besatzdichte von 50 bis zu 100 Tieren/m², die aber für die Hobbyzucht nicht in Frage kommt.
  • Vorteile:
  • hohe Besatzdichte auf geringstem Raum mit hoher Legeleistung, Unterbringung in mehreren Etagen möglich
  • die Eier können (bei 5-6 % Gefälle) unter dem Futtertrog (bei 30 mm Abstand zum Drahtgitter) nach vorn abrollen und problemlos eingesammelt werden
  • starke Reduzierung bis langjährige Vermeidung parasitärer Infektionen
  • geringe Verschmutzung der Eier
  • Nachteile:
  • Die Besatzdichte entspricht nicht unseren Vorstellungen von tiergerechter Haltung, das Aussehen leidet wie bei jeder Intensivhaltung  
  •                              
  • 2. extensiv in Volieren in Bodenhaltung, auch als Nebenbesatz auf dem Boden neben anderen kleinen Vögeln und in großen Käfigen auf Boden
  • Vorteile:
  • die Freude am Tier wird besser realisierbar
  • die Wachteln fühlen sich sichtlich wohl und können ihr Temperament voll ausleben, werden bei entsprechender Behandlung auch zutraulich
  • Futter kann eingespart werden, wenn die Wachteln teilweise von den Futterresten der Mitbewohner leben
  • die Besatzdichte entspricht eher unseren Vorstellungen von tiergerechter Haltung, das Gefieder leidet nicht so wie bei Intensivhaltung                                          
  • Nachteile:
  • die Legeleistung ist ohne Beleuchtung wesentlich geringer und auch jahreszeitenabhängig
  • die Eier werden verstreut verlegt und können verschmutzen
  • die Gefahr der Übertragbarkeit von Krankheiten steigt
  • besonders Haarwürmer und Salmonellen können bei feuchtwarmem Milieu gefährlich werden, deshalb sind überdachte Außenanlagen überlegenswert

 

In Hobbyhaltungen sind in den meisten Fällen Zwischenlösungen zu finden, die die Vorteile der beiden angeführten extremen Haltungsarten vereinen. Es scheint aber gerade deshalb wichtig, auch die angeführten Faktoren einer intensiven Haltung zu kennen, um zu wissen, wodurch die Wachtel in der Lage ist, ihre hohe Leistung wenigstens annähernd zu erreichen.

 

Um bessere Haltungsbedingungen zu schaffen, kann bei Haltung auf Drahtrosten die Besatzdichte gesenkt werden. Zusätzlich kann den Wachteln in einem Teil der Batterie oder seitlich angehängt ein Kasten mit feinem Sand angeboten werden, in dem die Wachteln sehr gern und oft ein Staubbad nehmen. Außerdem können sie hierhin bei Streitereien ausweichen. Das Staubbad sollte mindestens wöchentlich gereinigt und wieder mit feinem Sand bestückt werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass die in den Sand gelegten Eier Haarrisse bekommen und so nur noch dem eigenen Verzehr dienen können. Zum Verkauf und als Bruteier oder Speiseeier sind sie nicht mehr geeignet.

 

Die Höhe eines Batteriefaches bei Batteriehaltung sollte auf  20 bis 25 cm begrenzt werden, um Kopfverletzungen durch Auffliegen zu vermeiden. Durch eine eingeschränkte Beleuchtungsintensität werden auch die Gefiederbeschädigungen reduziert. Kannibalismus wie bei der Käfighaltung von Hühnern gibt es bei Wachteln vom Grundsatz her nicht. Verluste dieser Art treten nur auf, wenn beim Zusammensperren verschiedener Gruppen die Hackordnung neu geregelt wird. Das sollte möglichst vermieden werden.

 

Die meisten Vorteile der Intensivhaltung können dabei voll genutzt werden, nur der Raumbedarf steigt dann auf das Dreifache an. Auf diese Weise wird den Wachteln bei einem Besatz von 20 bis 30 Tieren/m² eine zumutbare Unterkunft geboten. Wer absolut keinen Drahtboden haben möchte, kann den Vorteil eines geneigten Bodens zur problemlosen Eiergewinnung auch mit nicht zu glatten Lattenböden realisieren, auf denen die Eier auch vorrollen. Allerdings ist Holz wesentlich unhygienischer als Drahtboden. Die aus der Kaninchenhaltung bekannten Kunststoffstege bleiben zwar sehr sauber, sind aber zu glatt und damit völlig ungeeignet. Die Wachteln rutschen ständig aus.

 

 Volieren müssen zur Vermeidung von Kopfverletzungen beim Auffliegen mindestens ein Meter hoch sein. Bei allen Zwischenlösungen, wie in größeren Käfigen, muss die Decke deshalb weich bespannt werden.

st genügend Platz vorhanden, lässt sich die Haltung auch ebenerdig etwa zur Hälfte oder auch weniger auf Drahtboden 12x12 mm oder Plastegitter kombiniert mit Bodenhaltung auf Spänen oder Stroh gut organisieren. Auf dem Gitter wird dann die Tränkeinrichtung untergebracht. So wird ein Teil des Kotes und eventuell anfallendes Spritzwasser durch den Drahtboden unschädlich in eine Kotwanne entsorgt. Deren Säuberung und das Wechseln der Einstreu muss natürlich regelmäßig durchgeführt werden. Auch die Anbringung eines Drahtgitters in einem Streifen vor dem Futtertrog hat den gleichen Effekt. Die durch Haltung auf Einstreu schwer vermeidbare Entstehung von Kotballen an den Zehen werden durch diese Teildrahtbodenhaltung stark gemindert, ohne dass die Wachteln sich beeinträchtigt fühlen. Es war sogar zu beobachten, dass sie vornehmlich auf diesem Drahtboden schliefen und sogar Eier legten.

Eine andere Variante ist die etwas erhöhte Haltung auf einer dicken Schicht von Spänen oder anderer Einstreu in sehr langen und schmalen geteilten Großkäfigen. Durch die Erhöhung wird der Kontakt mit dem kalten Fußboden im Winter vermieden. Beim Einstreuwechsel alle vier Wochen kann jeweils die eine Hälfte gereinigt werden, während sich die Tiere in der anderen aufhalten. Das Suchen der Eier im ganzen Käfig wie bei jeder Einstreuhaltung bleibt natürlich, ebenso die Gefahr von Verschmutzungen der Eier.

 

Legenester in Käfigen und Volieren können angeboten werden, sie müssen relativ groß und abgedunkelt sein. Eine empfehlenswerte Größe für Legenester ist 20x20x16 cm hoch. Auch eine entsprechend abgedeckte Ecke in einer Voliere kann schon reichen. Das Anbieten von Nesteiern ist sinnvoll. Das Verlegen der Eier wird dadurch aber selten ganz verhindert. Es fehlt der weggezüchtete Bruttrieb der Wachteln, der die Nestsuche mit anregt. Nicht angenommen werden Nester, die der geringen Größe der Wachtel angepasst erscheinen.

 

Ein Problem, besonders in kleineren Räumlichkeiten, kann die gemeinsame Aufzucht beider Geschlechter sein. Mit Beginn der Geschlechtsreife können sich die Hähne bis zu hohen Verlusten bekriegen. Die einfachste Lösung ist die, die Hähne gesondert aufzuziehen. Das geht meistens gut. Viel hilft es schon, wenn bei einer "Farbmischung" die an der Brustfärbung erkennbaren Hähne abgetrennt werden. Die verbleibenden vorerst nicht erkennbaren Hähne (Weiße, Schecken und Tenebrosus/Dunkle) können mit den Hennen weiterlaufen.

 

Immer wieder tauscht die Frage der Geschlechtserkennung auch bei diesen Farbschlägen auf. Er erfolgt über einen Kloakentest. Die Wachtel wird mit beiden Händen auf dem Rücken liegend gefasst. Bei einem leichten Ziehen mit beiden Daumen erscheint die normale Kloake der Hennen. Bei den Hähnen ist oberhalb der Kloake etwa haselnussgroße Ausstülpung zu finden, aus der bei leichtem Druck weißlicher Spermienschaum austritt. Erst bei Eintritt der Geschlechtsreife ist das zu sehen. Bei Nachzüglern in der Entwicklung kann das durchaus erst in der achten Lebenswoche oder später der Fall sein. Deshalb gibt es bei den betroffenen Farbschlägen manchmal Überraschungen.

 

Die meisten Vorteile der Intensivhaltung können so voll genutzt werden, nur der Raumbedarf steigt natürlich an. Aber wenn sich die Wachteln wohl fühlen, fühlt sich auch ihr Betreuer in der Regel wohler. Auf diese Weise wird den Wachteln bei einem Besatz von 20 bis 30 Tieren/m² eine zumutbare Unterkunft geboten. Wer absolut keinen Drahtboden haben möchte, kann den Vorteil eines geneigten Bodens zur problemlosen Eiergewinnung auch mit nicht zu glatten Lattenböden aus Hartholz realisieren, auf denen die Eier auch vorrollen. Allerdings ist Holz wesentlich unhygienischer als Drahtboden. Die aus der Kaninchenhaltung bekannten Kunststoffstege bleiben zwar sehr sauber, sind aber zu glatt und damit völlig ungeeignet. Die Wachteln rutschen ständig aus.

 

Volieren müssen zur Vermeidung von Kopfverletzungen beim Auffliegen mindestens 1 m hoch sein. Bei allen Zwischenlösungen, wie in größeren Käfigen, muss die Decke deshalb weich bespannt werden. Gelegentlich wird empfohlen, die dritte bis zehnte Schwungfeder auf einer Seite zu beschneiden. Die ersten Federn sollten stehen bleiben, damit der Flügel Halt bekommt.

 

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